KASUALIEN

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Kasualien - Trauung

Trauung


Der freikirchliche Traugottesdienst

Die freikirchlichen Traugottesdienste orientieren sich in der Regel an den evangelischen Traugottesdiensten an. Da sie aber hinsichtlich der Ausgestaltung der  Liturgien und des gottesdienstlichen Ablaufes recht flexibel sind, kann der folgende Ablauf nur einer unter vielen anderen Möglichkeiten sein. Bedenken Sie bitte, dass es unglaublich viele Variationsmöglichkeiten für diesen Ablauf gibt.

Bitte besprechen Sie den genauen Ablauf mit Ihrem Pastor oder Ihrer Pastorin, ggf. auch dem Gemeindeleiter.

Ablauf

In Klammern gesetzte Teile können weggelassen werden.

Erster Teil: Eröffnung

Einzug in die Kirche
Begrüßung
Lied
Eingangsgebet oder Psalmgebet
[Lied]

Zweiter Teil: Verkündigung, Bekenntnis, Segnung

[Lesungen aus der Bibel]
[Lied]
Trautext (das ist meist der Trauspruch) und Predigt
Lied
Lesungen aus der Bibel zum Thema Ehe
Traubekenntnis
Ringtausch
Segnung des Brautpaares
Lied

Dritter Teil: Sendung

Fürbittengebet
[Vaterunser]
Segen
Auszug aus der Kirche

Kurze Erläuterungen der einzelnen Teile

Einzug in die Kirche

Üblicherweise versammelt die gesamte Gemeinde in der Kirche und wartet dort auf den Einzug des Brautpaares (mit Gefolge).

Das Paar wird an der Kirchentür von der Pastorin/dem Pastor begrüßt und dann ziehen sie (eventuell zusammen mit einigen 'besonderen' Gästen und den Blumenkindern) gemeinsam zu Orgelklang / Klaviermusik in die Kirche ein.

Der Brauch, dass die Braut sich von ihrem Vater in die Kirche führen lässt, ist im deutschsprachigen Raum unüblich. Er stammt aus dem englischen bzw. amerikanischen Raum und ist daher durch viele Filme bekannt geworden. Aber es spricht nichts dagegen, dass es bei Ihnen nicht so sein könnte. Schließlich ist es Ihre Hochzeit.

Begrüßung

Gemeint ist die Begrüßung der Gemeinde durch den Pastor/die Pastorin oder einen Laien. Dies wird meist sehr persönlich gehalten.

Lieder

Grundsätzlich können sich die Brautpaare aus den Christlichen Liederbüchern jedes beliebige Lied aussuchen.

Achten Sie darauf, dass es möglichst Lieder sind, die viele Leute kennen. Liedblätter erweitern das Spektrum der gesungenen Lieder. Außerdem ist es eine schöne Erinnerung für die Gäste, wenn sie diese mitnehmen können.

Lassen Sie sich im Traugespräch von Ihrem Pastor/Ihrer Pastorin beraten, was hier alles möglich ist.

Vielleicht können Sie sich ja auch noch an ein Lied aus Ihrer Konfirmand/innen-Zeit erinnern, oder Sie haben bei anderen Anlässen neuere Kirchenlieder gehört, die Ihnen gefallen haben. In der Regel kann Ihnen hier jeder Wunsch möglich gemacht werden.

Es ist außerdem möglich, dass während des Gottesdienstes einzelne Lieder oder Musikstücke einfach vorgetragen werden, ohne dass die Gemeinde singt. Das müssen nicht unbedingt Kirchenlieder sein.

Eingangsgebet bzw. Psalmgebet

Während das Eingangsgebet üblicherweise von der Pastorin/vom Pastor oder der gesamten Gemeinde gesprochen wird, kann an dieser Stelle auch ein Psalmgebet gesprochen werden.

Psalmen sind Gebete und Lieder aus dem Alten Testament. Solch ein Psalm kann auch durch eine Freundin/einen Freund oder eine Verwandte/einen Verwandten gesprochen werden. Damit bekommt der Gottesdienst eine persönlichere Note

Sie finden verschiedene Psalmgebete außer in der Bibel auch im Gesangbuch. Hier sind die Psalmen so gesetzt, dass es sich auch anbietet, sie eventuell im Wechsel zu sprechen.

Beispiel: Die eingerückten Stellen werden von den Männern, die ausgerückten von den Frauen gesprochen, oder eine Einzelne wechselt sich mit der Gemeinde ab. Suchen Sie sich eine Form aus, die Ihnen am besten gefällt.

Lesungen aus der Bibel

Die Bibel ist voll von schönen Texten über die Partnerschaft, die Liebe und anderen Texten, die sich für die Trauung eignen. An dieser Stelle im Gottesdienst können solche Texte (auch von anwesenden Freund/innen oder Verwandten) gelesen werden.

Anders als bei den Trausprüchen, können dies auch längere Passagen sein. Lassen Sie sich im Traugespräch beraten, welche Texte in Frage kommen. Oder schauen Sie hier nach ...

Trautext und Predigt

Hier wird die Pastorin/der Pastor zu dem Trauspruch, den Sie sich ausgesucht haben und aus dem, was Sie ihr/ihm im Traugespräch erzählt haben, eine Predigt halten.

Lesungen aus der Bibel zum Thema Ehe

Mit den so genannten 'Schriftworten zur Ehe' beginnt die eigentliche Trauhandlung, das heißt der Teil, bei dem das Brautpaar einander vor Gott und der Gemeinde das 'Ja-Wort' gibt.

Auch die viele Freikirchen versteht diesen Vorgang so, dass das Brautpaar sich diese Texte anhört und später im Traubekenntnis nicht nur zueinander 'Ja' sagt, sondern auch zu diesen Texten, die ausdrücken, dass die Ehe eine gute Sache Gottes ist und dass Gott selbst das Paar in seiner Ehe begleiten will. Immerhin ist er der "Erfinder" der Ehe. Die Gemeinde wird dabei quasi als Zeuge dieses Versprechens angesehen.

In der Regel kommt das Paar mit Beginn dieses Teils nach vorn und bleibt dort bis nach der Segnung.

Traubekenntnis

Grundsätzlich gibt es für diesen Teil zwei Möglichkeiten:

Die eine ist die der 'Fragen', die der Pastor/die Pastorin dem Brautpaar stellt, und auf die das Paar schließlich mit "Ja, mit Gottes Hilfe" antwortet. Die andere Form ist die der 'Erklärung', bei der die Brautleute einander ein Versprechen geben. Der Wortlaut dieser Fragen bzw. der Erklärung kann variieren.

Hier ein 'klassisches' Beispiel:
Fragen

Pastor/Pastorin: N.N., willst du N.N., die/den Gott dir anvertraut, als deine Ehefrau/deinen Ehemann lieben und ehren und die Ehe mit ihr/ihm nach Gottes Gebot und Verheißung führen - in guten und in bösen Tagen -, bis der Tod euch scheidet, so antworte: Ja, mit Gottes Hilfe.

Bräutigam/Braut: Ja, mit Gottes Hilfe.

Erklärung

Bräutigam/Braut: N., ich nehme dich als meine Ehefrau aus Gottes Hand. Ich will dich lieben und achten, dir vertrauen und treu sein. Ich will dir helfen und für dich sorgen, will dir vergeben, wie Gott uns vergibt. Ich will zusammen mit dir Gott und den Menschen dienen. So lange wir leben. Dazu helfe mir Gott.

Achtung. Die beiden hier abgedruckten Wortlaute gelten - streng genommen - nur für Paare, bei denen beide Mitglieder der Evangelischen Kirche sind. Sollte eine/r von beiden nicht in der Kirche sein (das gilt auch für Angehörige anderer Religionen), tritt anstelle der Fragen bzw. der Erklärung die sogenannte 'Anrede' des Paares durch den Pastor/die Pastorin, bei der das "Ja, mit Gottes Hilfe" entfällt. Die Idee, die dahinter steht, ist, dass man dem Teil der beiden, der nicht in der Kirche ist, nicht 'zumuten' möchte, ein quasi christliches Bekenntnis zu sprechen.

Ringtausch

An dieser Stelle werden in der Regel die Ringe getauscht, das Brautpaar reicht einander die Hand und der Pastor/die Pastorin spricht den Satz: "Was Gott zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht scheiden."

Segnung des Brautpaares

Die Segnung des Brautpaares kann allein durch die Pastorin/den Pastor erfolgen, oder auch zusammen mit Freund/innen und/oder Verwandten des Brautpaares. Dazu wird das Brautpaar in der Regel stehen oder knien und die, die den Segen zusprechen, legen dem Paar die Hände auf und sprechen einen kurzen Segens-Satz.

Diese Sätze können unter Umständen auch von den einzelnen Personen selbst formuliert werden. Anschließend ist die 'eigentliche' Trauhandlung vorüber. Das Paar setzt sich wieder an seinen Platz und der Gottesdienst geht weiter.

Fürbittengebet

Das Fürbittengebet steht dafür, dass auch zu einem so fröhlichen Anlass wie einem Traugottesdienst an die Menschen gedacht werden sollte, die nicht dabei sind, denen es vielleicht schlecht geht, eben solche, die es gebrauchen können, dass man an sie denkt und ihretwegen betet.

Hier könnten unter anderem auch die Menschen oder die Organisation genannt werden, für die die Kollekte gedacht ist, falls Sie eine solche einsammeln.

Das Fürbittengebet ist eine weitere gute Möglichkeit für Bekannte oder Verwandte, etwas im Gottesdienst zu sagen.

Vaterunser

Das Vaterunser ist in vielen Freikirchen kein fester Bestandteil des Gottesdienstes und kann deshalb durchaus fehlen.

Segen

Am Schluss des Gottesdienstes steht der Segen Gottes an alle Anwesenden, den der Pastor/die Pastorin spricht.

Auszug

In der gleichen Weise, wie in die Kirche eingezogen wurde, zieht jetzt das Brautpaar zusammen mit der Pastorin/dem Pastor (und eventuellen Blumenkindern und den 'besonderen' Gästen) wieder aus der Kirche aus.

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